Hier die genauen Segeldaten: 140 % Genua aus HydraNet mit Spectra/Dyneema
Gitter, ca. 45,8 qm, Crosscut geschnitten mit E-Form Vorliek, Großsegel aus
HydraNet mit Spectra/Dyneema Gitter, Crosscut geschnitten, ca. 39,4 qm, mit
Cunningham, durchgehenden Latten und maximaler Achterlieksrundung mit leichter
Achterstag-Überlappung. Spinnaker: ca. 102 qm, Triradial-Schnitt, 0,9 oz/32 gr
Tuch. Dazu eine komplette Harken Decksausstattung mit: 2 Harken 42er
Zweigang-Selftailing Genua-Winschen, 2 Harken 42er Zweigang-Selftailing
Spi-Winschen, 2 Harken 40er Zweigang-Selftailing Schot-Winschen, Cunninghamtalje
mit Harken Carbo-Violin-Blöcken, Spi-System mit Barberhauler und Harken Carbo-
bzw. Harken Black Magic Blöcken, Harken 6:1 Carbo-Großschot mit Harken Mid Range
CB Traveller im Cockpit, optimiertes Unterwasserschiff und Faltpropeller.
Nachdem wir uns mit dem Skipper und den drei anderen "Leidensgenossen" unserer
Crew bekannt gemacht und die Kojen bezogen hatten erledigten wir noch den
Einkauf für die drei folgenden Tage. Am Samstag morgen erfolgte nach der
obligatorischen Sicherheitseinweisung die Einweisung in das Spi-Geschirr, mit Spi-Fall,
Spi-Schoten, Spi-Baum, Toppnant, Niederholer, Barberhauler, Blöcken, usw. Wir
erlernten auch das richtige Auftuchen des Spinnakers, was für das zügige Setzen
des Spi`s sehr wichtig ist. Wir hatten uns dazu entschlossen, während der
Ausbildung den Spinnaker mit mit 4 Spi-Schoten (je 2 an Steuerbord und
Backbord) zu fahren, welche abwechselnd als Achterholer und Schot dienten. So
konnte auf den Einsatz der Barberhauler verzichtet werden.
2408, 2409)
Vor dem Auslaufen mussten wir noch das um das Vorstag vertörnte Spi-Fall
klarieren. Wir männlichen Mitglieder der Besatzung ließen einen weiblichen den
Vortritt in den Masttopp aufzusteigen.
Begleitet von guten Ratschlägen zogen wir die junge Frau mit dem Großfall hoch.
Am Samstag gegen Mittag liefen wir aus, es hatte gottlob aufgehört zu regnen,
die Temperaturen immer noch um die 10 Grad, mäßiger bis frischer Wind, NE 4-5.
Auf dem Ijsselmeer stand nur eine kleine Welle. Die gesamte Crew hatte sich warm
angezogen, lange Unterhosen und Pullover gehörten zur Standartbekleidung.
Trotzdem war es anfangs ohne viel Bewegung saukalt.
Nun übten wir das Anschlagen des Spi, Umgang mit Spi-Schoten, Spi-Baum, Toppnant,
Spibaum-Niederholer, Spifall, Spinnaker Setzen und Bergen, Auftuchen an Bord
etc.
2421,
Zwischen den Vorwindkursen unter Spi war immer wieder Aufkreuzen nach Luv
angesagt, was mit der Bavaria 38 in der Regattaversion richtigen Spaß machte.
Spielend erreichten wir 8 Knoten auf der Kreuz. Am Abend zog Nebel auf und wir
mussten unser Radargerät benuten.
Hier hatte ich Gelegenheit meine Radarkenntnisse aus der SSS-Ausbildung wieder
aufzufrischen.
Am Sonntag übten wir besonders das Halsen unter Spinnaker, da hier das Segel
lose, das bedeutet ohne Baum gefahren wird, konnte man schnell feststellen, wer
einen sauberen Vorwindkurs fahren kann und wer nicht. Wurde der Vorwindkurs
nicht sauber gesteuert, so fing der nun lose gefahrene Spi an zu "Geigen".
Am Montag, unserem Abreisetag, hatten wir Hochdruckeinfluss, die Sonne war zu
sehen. Wir segelten noch bis ca. 12:00 Uhr. Dabei wurden wir etwas übermütig und
produzierten beim Setzen des Spinnakers eine "Eieruhr" (Unwicklung des Vorstags
mit dem Spinnaker). Beim Bergen fiel uns der Spinnaker dann kurz ins Wasser, er
musste im Hafen zum Trocknen aufgezogen werden.
Die Wassersportinfrastruktur am Jjsselmeer ist bestens ausgebaut. Sehr
gewöhnungsbedürfiig ist die geringe Wassertiefe, die selten 4 m überstieg. Sehr
schön anzusehen waren die kleine Hafenstädtchen.
Wir haben das Spinnaker-Training über 3 Tage als sehr informativ und praxisnah
erlebt und viel gelernt. Das Training hatte eher sportlichen Charakter und
der Crew großen Spaß bereitet.
Selbstverständlich machten wir auch Werbung für den BASC.
Ronald und Gaby