Spinnakertraining vom 07.05. - 10.05.2010 am Ijsselmeer in den Niederlanden

Ausgangshafen für unser Spinnakertraining war das friesische Hafenstädtchen Stavoren am Ijsselmeer. Stavoren ist von Unterfranken aus bequem in ca. 6,5 Std. Fahrt mit dem PKW zu erreichen.
Als wir am Freitag Abend in Stavoren ankamen waren die Wetterbedingungen sehr bescheiden. Der Himmel war bedeckt, leichter Nieselregen bei Temperaturen um die 10 Grad. Wind SW 1-2. Alles andere als gute Bedingungen zum Segeln.



Unsere Ausbildungsjacht war eine Bavaria 38 als Regattaversion.

bild . Die Yacht verfügt über eine HighTech Segelausstattung von ELVSTRöM. 

Hier die genauen Segeldaten: 140 % Genua aus HydraNet mit Spectra/Dyneema Gitter, ca. 45,8 qm,  Crosscut geschnitten mit E-Form Vorliek, Großsegel aus HydraNet mit Spectra/Dyneema Gitter, Crosscut geschnitten, ca. 39,4 qm, mit Cunningham, durchgehenden Latten und maximaler Achterlieksrundung mit leichter Achterstag-Überlappung. Spinnaker: ca. 102 qm, Triradial-Schnitt, 0,9 oz/32 gr Tuch. Dazu eine komplette Harken Decksausstattung mit: 2 Harken 42er Zweigang-Selftailing Genua-Winschen, 2 Harken 42er Zweigang-Selftailing Spi-Winschen, 2 Harken 40er Zweigang-Selftailing Schot-Winschen, Cunninghamtalje mit Harken Carbo-Violin-Blöcken, Spi-System mit Barberhauler und Harken Carbo- bzw. Harken Black Magic Blöcken, Harken 6:1 Carbo-Großschot mit Harken Mid Range CB Traveller im Cockpit, optimiertes Unterwasserschiff und Faltpropeller. 

Nachdem wir uns mit dem Skipper und den drei anderen "Leidensgenossen" unserer Crew bekannt gemacht und die Kojen bezogen hatten erledigten wir noch den Einkauf für die drei folgenden Tage. Am Samstag morgen erfolgte nach der obligatorischen Sicherheitseinweisung die Einweisung in das Spi-Geschirr, mit Spi-Fall, Spi-Schoten, Spi-Baum, Toppnant, Niederholer, Barberhauler, Blöcken, usw. Wir erlernten auch das richtige Auftuchen des Spinnakers, was für das zügige Setzen des Spi`s sehr wichtig ist. Wir hatten uns dazu entschlossen, während der Ausbildung den Spinnaker mit mit 4 Spi-Schoten (je 2 an Steuerbord und Backbord) zu fahren, welche abwechselnd als Achterholer und Schot dienten. So konnte auf den Einsatz der Barberhauler verzichtet werden.


2408, 2409)



Vor dem Auslaufen mussten wir noch das um das Vorstag vertörnte Spi-Fall klarieren. Wir männlichen Mitglieder der Besatzung ließen einen weiblichen den Vortritt in den Masttopp aufzusteigen.
 

Begleitet von guten Ratschlägen zogen wir die junge Frau mit dem Großfall hoch.



Am Samstag gegen Mittag liefen wir aus, es hatte gottlob aufgehört zu regnen, die Temperaturen immer noch um die 10 Grad, mäßiger bis frischer Wind, NE 4-5. Auf dem Ijsselmeer stand nur eine kleine Welle. Die gesamte Crew hatte sich warm angezogen, lange Unterhosen und Pullover gehörten zur Standartbekleidung. Trotzdem war es anfangs ohne viel Bewegung saukalt.
Nun übten wir das Anschlagen des Spi, Umgang mit Spi-Schoten, Spi-Baum, Toppnant, Spibaum-Niederholer, Spifall, Spinnaker Setzen und Bergen, Auftuchen an Bord etc.


 
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Zwischen den Vorwindkursen unter Spi war immer wieder Aufkreuzen nach Luv angesagt, was mit der Bavaria 38 in der Regattaversion richtigen Spaß machte. Spielend erreichten wir 8 Knoten auf der Kreuz. Am Abend zog Nebel auf und wir mussten unser Radargerät benuten.


Hier hatte ich Gelegenheit meine Radarkenntnisse aus der SSS-Ausbildung wieder aufzufrischen.

Am Sonntag übten wir besonders das Halsen unter Spinnaker, da hier das Segel lose, das bedeutet ohne Baum gefahren wird, konnte man schnell feststellen, wer einen sauberen Vorwindkurs fahren kann und wer nicht. Wurde der Vorwindkurs nicht sauber gesteuert, so fing der nun lose gefahrene Spi an zu "Geigen".

Am Montag, unserem Abreisetag, hatten wir Hochdruckeinfluss, die Sonne war zu sehen. Wir segelten noch bis ca. 12:00 Uhr. Dabei wurden wir etwas übermütig und produzierten beim Setzen des Spinnakers eine "Eieruhr" (Unwicklung des Vorstags mit dem Spinnaker). Beim Bergen fiel uns der Spinnaker dann kurz ins Wasser, er musste im Hafen zum Trocknen aufgezogen werden.





Die Wassersportinfrastruktur am Jjsselmeer ist bestens ausgebaut. Sehr gewöhnungsbedürfiig ist die geringe Wassertiefe, die selten 4 m überstieg. Sehr schön anzusehen waren die kleine Hafenstädtchen.




Wir haben das Spinnaker-Training über 3 Tage als sehr informativ und praxisnah erlebt und viel gelernt. Das Training hatte eher sportlichen Charakter und der Crew großen Spaß bereitet.




Selbstverständlich machten wir auch Werbung für den BASC.




Ronald und Gaby