Segeltörn rund Trogir
Ostern 2006
Freitag, 8.04.2006 (Anreise)
Karl-Otto (K.-O.) und ich (Alfons) - fahren mit Verspätung in Bamberg um 13.45 Uhr los (geplant war 11.00 Uhr), nachdem wir die Lebensmittel und Getränke in Oberhaid in den VW-Bus eingeladen haben. Bis Ingolstadt kommen wir gut durch und nehmen noch Wati, seinen Vater Walter, Roland und Marius mit - der Bulli geht in die Knie. Fast ohne Federweg kommen wir gut um München herum, sitzen dann aber eine Stunde 50 km vor Salzburg im Stau. Die Weiterfahrt bis zum Katschbergtunnel ist wieder problemlos, nur dann werden wir auf die Landstraße umgeleitet, was uns die Maut spart. In Slowenien tanken wir (1l kostet 1 €) und fahren dann ab Laibach eine Abkürzung auf der Landstraße Richtung Autobahn nach Zagreb. Die Gegend liegt sehr hoch, wir haben viel Schnee und -3° C. Um 3.15 Uhr kommen wir im Hafen von Trogir an und nach einem Handyanruf erscheint jemand, der uns die Bavaria 44 „FAIWIND“ aufsperrt. Wir sitzen noch zusammen beim Bier.

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Samstag, den 9.04.2006 (von Trogir nach Hvar)
Nach nur zwei Stunden Schlaf frühstücken wir um 8.00 Uhr, anschließend räumen wir das Boot richtig ein und um 11.00 Uhr legen wir ab. Die Ausfahrt in Trogir ist eng, aber mit dem Bugstrahlruder kein Problem.


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Sonntag, 10.04.2006 (von Hvar nach Lastovo)
Um 8.30 Uhr frühstücken wir, die Duschen und Toiletten neben der Kirche sind vom Feinsten (Dusche 20, Toilette 3 Kuna – 7,2 Kuna/1€). Auf dem Rückweg zum Boot sehen wir viele Kirchgänger auf dem Marktplatz, fast alle Kinder haben Palmwedel in der Hand (Palmsonntag wie es scheint). Um 10.00 Uhr legen wir unter Segel ab und sehen nach kurzer Zeit einen einzelnen Delphin neben unserem Schiff. Leider passt der Wind an 12.00 Uhr nicht zu unserem Kurs und wir motoren erst ein Stück ostwärts um vielleicht doch noch Segel setzen zu können, aber es reicht nicht, denn der Wind dreht mit. Mittags reicht Wati Tomaten Mozarella und Wustbrote. Nach einigen Stunden auf glatter See fahren wir an Korcula vorbei - am Westende der Insel – und landen in der Bucht von Lastovo. Beim Segelbergen überkreuzen sich die Reffleinen (Endlosleine) auf der Winsch und Wati baut eine Umlenkrolle am Mastfuß aus, damit wir sie wieder klarbekommen. Wie gestern hatten wir einen wolkenlosen Tag aber die Luft ist noch sehr kühl. Am Steg vor dem Restaurant „Portorosso“ sind wir zunächst noch alleine und eine Frau kommt vorbei, die unsere Essenwünsche entgegennimmt. Wir haben etwa zwei Stunden Zeit, Roland übt fleißig auf seiner Trommel (Djembe) den Kpanlogo, einen Geburtsrhythmus mit Appell und Echauffee.

Nach ca. einer Stunde kommt eine kroatische Crew mit eine 45 Fuß Yacht. Sie sind zu neunt und grillen am Ufer. Wir gehen kurz darauf zum Essen, nachdem das Gartenmobiliar mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt wurde: Zur Vorspeise gibt es in Essig eingelegten Spargel, rohen Schinken und guten Ziegenkäse. Dazu einen Kräuterschnapps auf Kosten des Hauses. In der Zwischenzeit wird es dunkel und der Besitzer versucht mit Hilfe einer Arbeitslampe unseren Esstisch zu beleuchten. Nach zwei Kurzschlüssen und lautem Knallen ist es geschafft. Es folgt üppiger und guter Fisch mit Salzkartoffeln und Kappern, dazu Weißbrot. Dazu trinken wir zwei Flaschen Wein, der gut aber erdig schmeckt. Dann erschrecken wir uns über die Rechnung: 250,00€ ( der Wein steht mit 86€ auf der Rechnung, auch die Karaffe Leitungswasser wird mit 2€ abgerechnet!).

Als wir erstaunt nachfragen (Umrechnungfehler?) und zahlen, geht der sehr aufmerksame junge Mann, der uns bediente, in die Küche und gleich darauf kommt die Köchin noch mal aus dem Haus und stellt uns noch eine Flasche Wein auf den Tisch. Bei Gesprächen klingt der Abend mit der letzten Flasche selbstgemachtem Wein aus.
Fazit: Die Bucht ist sehr schön, das Restaurant muss man nicht unbedingt noch mal besuchen, zumal es am anderen Ende der Bucht noch eines gibt allerdings ohne Anlegesteg.
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Montag, 11.04.2006 (von Lastovo nach Korcula)
Das Pfeifen und Heulen nachts war laut und als wir auslaufen hat der Wind in der geschützten Bucht 20 Knoten. Schon beim Hinausmotoren ans offene Meer sehen wir überall weiße Schaumkronen, es erwarten uns Wellen mit 4 Meter Höhe, manchmal auch mehr! Das Boot knallt öfter in Wellentäler bei unserem Kurs, aber wir müssen gegenan um Abstand von der Küste zu gewinnen. Viel Spritzwasser kommt über als wir um die Südostspitze von Lastovo motoren und als ich mich umziehe, weil ich bis auf die Haut nass bin, wird mir „silbrig“. Nach 15 Minuten unter Deck – raue See, Kreuzseen und starke Schiffsbewegung bei halb gesetzter Fock sehe ich wieder den Horizont und mein Magen beruhigt sich. Walter und Roland bleiben unter Deck und auch Marius muss schlucken, als er unten Speibeutel austeilt. Bei dem Wellengang fliegt alles durcheinander, zwei Gläser gehen im Salon kaputt, der Radarreflektor kommt vom Mast geflogen und schlägt kurz vor mir auf das Deck. Einige Splitter treffen mich an der linken Hand – Glück gehabt. Wir müssen drei mal aufkreuzen um die Südostspitze Korculas zu umrunden, dann wird der Seegang ruhiger. Als wir in der vollen Marina Korcula anlegen haben wir starken Seitenwind und müssen mit allen Händen „einparken“. Am Morgen schien die Sonne, dann kam Bewölkung auf (bei 28 kn Wind) und jetzt müssen Sprayhood und Bimini uns vor leichtem Regen schützen. Die Jungen gehen gleich den Supermarkt erkunden und bringen Salat mit. Dazu gibt es Kartoffelbrei mit gerösteten Zwiebeln und Steaks. Außerdem brät Wati noch ganze ungeschälte Knoblauchzehen in Olivenöl an – lecker. Der Abend klingt mit Gesprächen und Kartenspielen aus. Alle sind geschafft von der rauen Überfahrt, auf das Mittagessen haben heute alle verzichtet.

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Dienstag, 12.04.2006 (Hafentag in Korcula)
Über Navtex kommt früh die neue Wettermeldung: Heute und in der kommenden Nacht zieht ein Tiefdruckgebiet von Norditalien südöstlich über uns hinweg. Für diese Gebiet ist eine Sturmwarnung herausgegeben worden mit Wind von 55 bis 60 kn und Seegang von 5 bis 7,5 Meter. Als Charterboot müssen wir bei diesen Bedingungen im Hafen bleiben, keiner bedauert das nach den Erfahrungen gestern. Wir frühstücken gemütlich und ausdauernd um 9.00 Uhr und duschen dann an Bord – die ACI-Marinaanlagen werden gerade überholt. Dann laufen wir zwei Stunden durch das kleine aber schön gelegene Städtchen und die Umgebung. Auf dem Rückweg kaufen wir groß ein. Mittag gab es Gulaschsuppe, am Abend "Chili con Carne" und Becksbier, das Bamberger Bier ist zu Ende. Am Abend holen wir noch eine Palette Becks, spielen Schafkopf und singen zur Gitarre. Interessant am Nachmittag war ein Tauchereinsatz, der an unserem Nachbarboot die Mooringleine aus der Schraube holte (50€).

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Mittwoch, 13.04.2005 (von Korcula nach Vis)
Wolkenlos, kaum Wind aus Ost (8kn), wir bringen die Flaschen Becks zurück, müssen aber noch mal heim und die Quittung für das Pfand holen. Beim Fischhändler liegt wenig Fisch, wir kaufen nichts. Wegen Geldtausch müssen wir zum 3. Mal in die Stadt. Um 9.30 Uhr legen wir endlich ab, strahlender Sonnenschein und 45 Minuten später setzten wir Segel und können auf Kurs 270° die ganze Nordküste Koculas genießen.

Etwas später lässt der NE-Wind nach und wir motoren wieder, Wati nutz die ruhige See und brät Leberkäse an. Wieder sehen wir Delphine, die einige Minuten ganz dicht neben uns schwimmen. Schließlich nimmt der Wind zu und zwei Stunden vor Vis wird er noch heftiger (60 kn). Eine Stunde bevor wir in Vis anlegen wird die See dann rau bis sehr rau. Spritzwasser kommt ständig über und das Boot stapft und rollt, wir motoren weil wir genau gegen den Wind müssen. Mit Mühe finden wir die enge Hafeneinfahrt, die Sicht ist wegen der Gischt miserabel und mit dem Fernglas kann man immer nur Sekunden hinter der Sprayhood hervor, weil die nächste Dusche vom Bug kommt. Karl-Otto ist komplett nass. Als wir in die Bucht einlaufen ist plötzlich alles ruhig und das Anlegen ein Kinderspiel - längsseits an der Kaimauer. Neben uns liegt eine Flottille von Eccosailing, auf allen drei Yachten hängen die Vorsegel in Fetzen und als die Fähre später anlegt, kommt ein Servicewagen der Vercharteres und wechselt die Fock auf allen Schiffen. Wati setzt gleich nach dem Anlegen eine Suppe zum Aufwärmen auf den Ofen. Abends gibt es Reis mit Cabanossi. Roland trommelt wieder wie gestern im Hafen. Nach dem Essen gehen wir so gegen 21.00 Uhr schlafen, die Buam gehen noch ins Städl.

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Donnerstag, 14.04.2006 (von Vis nach Split)
Unruhige Nacht, starker Schwell, die Vorleine knarrt auf meinem Kabinendach, die Fender hinten halten Walter ab 4 Uhr wach, ich höre das 5 und 6 Uhrläuten. Um 7.30 Uhr ist Frühstück um 8.30 Uhr laufen wir aus Richtung Split aus, die Jugend schläft noch bis Mittag. Am Anfang ist die See rau und wir motoren genau gegen Nordwind. Am Westende von Hvar legt sich der Wellengang etwas und der Wind frischt auf 25 kn auf. Kaum sind wir durch die Enge von Milna schlafen Wind und Wellen wieder ein und wir motoren bis zum Anlegen in Split. Wati nutzt die Flaute für einen „Magenkratzer“ – heiße Wüstchen. Kurz nachdem die Würstchen gegessen sind weht der Wind mächtig ablandig genau gegen uns.
Wir motoren mit einer Fähre um die Wette und gewinnen. Beim Tanken werden wir 64€ für 61 Liter Diesel los. Dann überqueren wir das Hafenbecken und legen an schwimmenden Stegen einer „Boatshow“ an, die bereits in der Auflösung begriffen ist. Keiner ist für das Anlegen bzw. die Gebühren zuständig. Ich lege mich aufs Ohr und werde nach ca. einer Stunde von Motorengeräuschen geweckt. Der „Zuständige“ ist aufgetaucht und fordert uns auf, in der Marina anzulegen, das sind drei Kilometer zu Fuß in die Altstadt – schade.

Wir fahren zurück, alles ist eng, die Boxen und die Wege, wir touchieren die Motoryacht eines Österreichers, das Problem wird mit 100€ gelöst, unser Eigenanteil bei Schäden. Schließlich quetschen wir uns bei starkem Wind in eine Lücke. Am Abend gibt es Eintopf mit Bauchfleisch und Kartoffeln. Danach machen wir uns auf den Weg in die Altstadt, bummeln durch den Diokletiansspalast und trinken an der Uferpromenade Rotwein, nicht ohne vorher den Preis erfragt zu haben. Noch mal wollen wir nicht hereinfallen. Wir trinken den Hauswein „Peljesac“ und um 22.00 Uhr laufen wir heim, die Jungen kommen um 1.30 Uhr und trinken mit Wati, der im Salon schläft noch ein Bier.

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Freitag, 15.04.2006 ( von Split nach Trogir)
Beim Früstück um 9.00 Uhr haben wir strahlenden Sonnenschein und als wir um 11.ooUhr auslaufen ist das Ablegen ohne Wind ein Kinderspiel: Auf dem offenen Meer haben wir dann wieder Wind von vorne und Roland meint, wir hätten die Tour anders herum fahren sollen. Nach 1 ½ Stunden ankern wir vor einem Campingplatz in einer geschützten Bucht und Wati macht Bratwürste mit Bauchscheiben.

Anschließend gibt es gleich Nachmittagskaffee. Gegen 15.00 Uhr kreuzen wir bei 15 bis 19 Knoten Wind auf, Wati steuert und am Schluss fahren wir mit Schmetterlingssegel unseren Ausgangshafen Trogir an. Wir werden am Steg schon vom Ecker-Team erwartet und gefragt, ob jemand für uns das Boot anlegen soll. K.-O. legt eine Bilderbuch-Anlegeaktion hin. Alle Yachten, die nach uns kommen, lassen anlegen! Am Abend werden alle Schäden des Sturms auf den Eckeryachten von jungen Männern repariert. Fast überall müssen sie in die Masten um Radarreflektoren zu ersetzen. Beim Abendessen – Gulaschsuppe, Bauernwürste mit Bratkartoffel und Tomatensalat – bekommen wir so noch etwas zu sehen. Mit Bootsnachbarn werden die Erlebnisse der vergangenen Woche ausgetauscht, besonders interessant sind die Erfahrungen mit dem heftigen Wetter.
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Samstag, 16.04.2006
Die Rückreise erfolgt problemlos, in der Hofoldinger Gaststätte sitzen wir ein letztes Mal bei Riesenschnitzel und Bier zusammen und machen Kassensturz: 530€ all inclusive.