Atlantiktörn von Malaga nach Teneriffa (13.10. - 27.10.2007):
Der Ausgangspunkt für unseren Törn war die kleine Marina Puerto de Fuengirola, ca. 25 km westlich von Marbella, in Richtung Malaga gelegen.
Unsere Segelyacht war die Kreole, eine Sun Odyssey 52.2, welche mit 8 Personen belegt war.
Das Bild zeigt die Crew nach dem Einschiffen.
Unser 1. Schlag führte uns an der andalusischen Küste entlang über 33 sm zur Marina Puerto de la Daquesa.
Wir wurden von Delfinen begleitet. Leider machte keiner ein Bild, weil wir alle nur über die Anzahl der Tiere staunten.
In Puerto de la Daquesa führte uns unser Skipper in ein sehr gutes einheimisches Restaurant.
Dort ließen wir uns die andalusischen Spezialitäten schmecken.
Unser 2. Schlag führte uns vom spanischen Festland aus an die nordafrikanische Küste, nach Ceuta (einer spanischen Enklave in Nordmarokko). Die Strecke belief sich auf ca. 29 sm.
Dieser Schlag führte uns an der östlichen Seite der Straße von Gibraltar (Mittelmeerseite) vorbei. Wir haben so das Verkehrstrennungsgebiet in der Straße umgangen. Bei nebligem Wetter konnten wir in der Ferne den Felsen von Gibraltar auch "Affenfelsen" oder auch "the Rock" genannt erkennen.
Vor dem Felsen lagen verschiedene Tanker auf Reede. Vor der Großschifffahrt mussten wir uns in diesem Seegebiet in acht nehmen.
Gegen Nachmittag liefen wir in Ceuta ein und machten in der kleinen Marina fest.
Hier kauften wir bei Lidl Proviant für unsere Überfahrt zu den Kanaren ein.
Die Bewohner waren ein buntes Völkergemisch und sehr freundlich.
Wir ließen uns von einigen Einheimischen unsere Einkäufe an Bord bringen.
Ceuta erschien uns aufgeräumt und sehr sauber und angenehm. Der Sprit war hier unschlagbar billig.
Am nächsten Morgen gegen 04:00 Uhr machten wir uns unter Motor mit Unterstützung der Flut auf die Reise durch die Straße von Gibraltar.
Aufgrund der starken wechselnden Meeresströmungen ist das optimale Ausnützen der Flut für eine Segelyacht sehr wichtig, da man ansonsten nur recht geringe Fahrt über Grund macht.
Unsere Reise führte uns über 38 sm außerhalb des Verkehrstrennungsgebiets an der Marokkanischen Küste entlang, bis ca. 10 sm nordwestlich von Tanger.
Hier spürten wir zum ersten mal die großen, langen Atlantikwellen des Nordatlantiks. Von hier aus setzten wir nun unter Segeln den Kurs Richtung Kanarischen Inseln ab.
Die Blauwasserstrecke hatte begonnen. Die Stimmung an Bord war sehr gut.
Die nächsten fünf Tage und vier Nächte segelten wir ununterbrochen mit nordöstlichen Winden (Nordostpassat) auf Raumschotskurs.
Ab 20:00 Uhr am Abend bis 06:00 Uhr am Morgen wechselten wir uns im Wachegehen im 2-Stunden-Rhytmus ab. Die Überfahrt verlief recht ruhig. Die Windstärken beliefen sich auf ca. 20 - 32 Knoten. Wir machten gute Fahrt. Am Tag war es sonnig und warm - in den Nächten doch recht kühl. Nur an einem Tag stand die Windsee gegen eine alte Dünung. Die Yacht kam dann gehörig ins Rollen.
Wir Männer hatten es aufgegeben uns zu rasieren.
Während der Nächte bewunderten wir den Sternenhimmel. Die Milchstraße und verschiedene Sternschnuppen waren sehr gut zu sehen und zu bewundern.
Wir waren von dem Anblick überwältigt. Es kam richtige Seefahrerromantik auf.
Ab und zu waren in der Nacht die Seitenlichter eines Schiffes zu sehen.
Während der Atlantikfahrt nahmen wir uns für das Essen viel Zeit. Auch die Getränke kamen nicht zu kurz.
Leider musste das Bier bald rationiert werden.
Unsere Weg führte uns auch an Casablanca vorbei. Die Stadt sahen wir nur aus der Ferne.
Nach zwei Tagen mit eingeschränkter Waschhygiene freuten wir uns alle auf ein Bad mitten im Atlantik. Zwei Mann blieben als Haiwache an Bord.
Eines Morgens entdeckten wir einen fliegenden Fisch an Bord. Dieser war in der Nacht auf dem Schiff
gelandet.
Nach fünf Tagen und vier Nächten auf See, in den wir 550 sm zurückgelegt hatten, sahen wir in der Ferne die Insel La Graciosa gegenüber dem Nordkap von Lanzarote. Wir freuten uns alle über festen Boden unter den Füßen, über eine warme Dusche und ein leckeres Abendessen.
Wir legten im Hafen von Caleta de Sebol an der Südküste der Insel La Graciosa vor einem beeintruckenden Panorama an.
Unser nächster Schlag führte zur Marina Puerto Rubicon auf der Südwestseite der Insel Lanzarote. Das waren 43 sm. Hier ließ der Wind erheblich nach. Die Marina Rubicon ist eine der nobelsten Marinen, die wir ansteuerten. Wir zahlten trotzdem nur 30 € für eine Nacht. Mit großen Augen bestaunten wir die verschiedenen Yachten.
Auf Lanzarote nahmen wir uns einen Leihwagen um die Insel zu erkunden. Unser Weg führte uns auf den Gipfel des Vulkanbergs Timanfaya.
Der nächste Schlag führte uns über 30 sm von Lanzarote nach Puerto Castillo auf Fuerteventura.
Auf dem Weg sahen wir wieder Delfine.
Unser nächster Schlag führte uns über 52 sm nach Puertito in eine kleine Bucht auf Fuerteventure.
Die Bucht war nur durch eine kleine Landzunge vom offenen Atlantik getrennt.
Hier gingen wir vor Anker und genossen ein Bad in der Abenddämmerung.
Am nächsten Morgen segelten von Fuerteventura nach Gran Ganaria in den Hafen Puerto de las Nieves an der Nordostspitze der Insel (71 sm). Wir hatten bestes Segelwetter. Auch 35 Knoten Wind konnten uns nicht ängstigen. Keiner von uns wollte reffen.
Unser letzter Schlag führte uns von Gran Ganaria nach Teneriffa in den Hafen Puerto Atlantico in Santa Cruz (36 sm).
Hier übergaben wir unser Schiff nach der Endreinigung an die Nachfolgecrew.
In den 14 Tagen hatten wir insgesamt ca. 880 sm zurückgelegt. Davon ca. 800 sm unter Segel.
Der Törn war vom ersten bis zum letzten Tag ein Traum.
Ende